Kleines Fundraising-Lexikon

Bekanntheitsgrad wird in Prozent angegeben. Er gibt in Prozent an, wie viele Personen aus einer Grundgesamtheit (z. B. alle Österreicher, alle Frauen ab 40), eine Organisation oder eine Marke kennen. Der Bekanntheitsgrad teilt sich in gestützte (mit Vorlagen) und ungestützte (ohne Vorlagen) Bekanntheit. Der Bekanntheitsgrad einer Organisation kann Einfluss auf die Responserate bei Spendenbriefen haben. (1)

Capital campaign ist eine organisierte, zeitlich begrenzte Fundraising-Kampagne mit dem Zweck, außergewöhnlich hohe Spenden und Spendenzusagen für einen oder mehrere definierte Zwecke zu generieren.

Corporate Social Responsibility bezeichnet die geistige Haltung von Unternehmen, sich zu ihrer sozialen Verantwortung zu bekennen und dieser freiwillig nachzukommen. Im Zuge der Erkenntnis, dass verantwortliches Handeln zu nachhaltigem Unternehmenserfolg führt, werden soziale und Umweltbelange in die Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern integriert. (Quelle: Europäische Kommission - Die soziale Verantwortung der Unternehmen: ein Unternehmensbeitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Luxemburg 2002)

Fundraising ist ein am Spender orientierter, professionell geführter, zyklischer Prozess des Ansuchens um finanzielle Unterstützung, Zeit- oder Geldspenden und deren Entgegennahme.

Fundraisingzyklus stellt den Weg zur Spende und zur Erneuerung der Spende dar. Das Wort Zyklus deutet an, dass es sich hier um einen wiederholenden Kreislauf handelt. Die einzelnen Komponenten sind: Prüfung des Anliegens. Ziele definieren. Bedarf erheben (welche Finanz- und Sachleistungen werden von der Organisation benötigt). Marktbedürfnisse analysieren (Konkurrenzanalyse, Ereignisse in der Gesellschaft). Unterstützer sichern. Budget absichern. Spendenmarkt evaluieren. Fundraising Methode auswählen. Spender identifizieren. Fundraisingplan erstellen. Kommunikationsplan erstellen. Mitarbeiterstab erweitern. Frage nach der Spende. Spende erneuern.

Hausliste: Das sind alle Adressen, die sich in der Datenbank der Organisation befinden, also bestehende Spender, ehemalige Spender und Interessenten.

Hausmailing: Dieser Begriff besagt, dass ein Spendenbrief an bestehende Spender, die in der Hausliste enthalten sind, gesendet wird.

Interessent: Unter den Begriff Interessenten fallen alle jene in der Hausliste einer Organisation enthaltenen aktiven Adressen, die noch nie für diese Organisation gespendet haben. Es handelt sich um Personen, die in irgendeiner Form Interesse an der jeweiligen Organisation gezeigt haben.
Unter dem Gesichtspunkt der Adressherkunft lassen sich beispielhaft folgende Quellen zur Generierung von Interessenten nennen: Unterschriftenlisten/ Petitionslisten, eingehende Telefonanrufe, Anforderung von Informationsmaterial, Mitmachen bei Gewinnspielen

Kalte Adressen sind die Adressen von Personen, die in keiner Beziehung zur Organisation stehen, d. h. Personen, die nicht in der Hausliste enthalten sind. Diese Adressen dürfen nur angeschrieben, aber nicht angerufen werden! Hierunter fallen auch gemietete Adressen eines Adressverlages.

80:20-Regel besagt, dass 80% der Spender spenden 20% der Gesamtspenden und umgekehrt.

Mission Statement: Dieses geht über ein Leitbild hinaus und erklärt, wie die strategisch definierten Ziele erreicht werden sollen. Die Schritte zum Mission Statement sind: Für welche Werte steht die Organisation? Welche Probleme sollen gelöst werden? Wie sehen die Maßnahmen aus? Verwirklicht die Organisation durch diese Maßnahmen ihre Werte?

Neuspender sind Personen, die im Zuge der Neuspenderakquisition für das von einer Organisation vertretene Anliegen spenden.

Neuspenderakquisition umfasst alle Maßnahmen, mit denen neue Spender generiert werden, wie ein Spendenbrief an kalte Adressen oder Face to Face-Fundraising.

Prospectmailing ist ein Spendenbrief an kalte Adressen. Ziel ist die Neuspenderakquisistion.

Reminder: Dies ist eine Marketingaktion, die über die Medien Telefon oder Brief durchgeführt wird. Sie hat das Ziel, einen bestehenden Spender, der einen gewissen Zeitraum nicht mehr gespendet hat, zu einer neuerlichen Spende zu bewegen.

Response: Dies ist der Prozentsatz der Personen, die den Spendenbrief erhalten und mit einer Spende darauf reagiert haben.

Sponsoring ist ein Teil des Kommunikationsmix und beinhaltet die Zuwendung von Finanz-, Dienst- oder Sachleistung eines Sponsors an den Gesponserten gegen Gewährung von Rechten zur kommunikativen Nutzung (Werbung, PR...) auf Basis einer vertraglichen Vereinbarung. Beide Vertragspartner haben Rechte und Pflichten.

Uprading ist eine Maßnahme, um die Spendeneinnahmen bei bestehenden Spendern wenn möglich dauerhaft zu erhöhen. Im Zuge eines Upgradings muss die Spenderbeziehung gefestigt und intensiviert werden.